Was nicht zu mir gehört,

kann ich nicht halten,

und was zu mir gehört,

kann ich nicht verlieren.

 

unbekannt

 

 

 

System- und Strukturaufstellungen - ausführliche Darstellung

 
 
 
Die Arbeit mit Sytemen und Strukturen wurde in mehreren Therapierichtungen aufgegriffen und weiterentwickelt. Hierunter finden sich
 
  • Gruppensimulationsverfahren (z.B. Psychodrama)
  • systemische Ansätze (u.a. G. Weber, G. Schmidt aus der Heidelberger Schule)
  • lösungsfokussierter Ansatz (Steve de Shazer)
  • Elemente der Hypnotherapie (M.H. Erickson, G. Schmidt, S. Gilligan)
  • Aufstellungeit (B. Hellinger, G. Weber)

 

Die Aufstellung von Systemen und Strukturen kann sowohl in der Einzelberatung / -therapie als auch in der Gruppe erfolgen.

 

In einem Vorgespräch wird das Anliegen des Klienten soweit möglich erfasst, sowie welche Personen und Aspekte hierfür wichtig sind. Dazu wird ein auf dieses Anliegen passendes Format ausgewählt.

Mögliche Anliegen können sein:

 

  • Klärung von Beziehungsverhältnissen (inner- und außerfamiliär)
  • Hilfe bei Entscheidungen (privat, beruflich >> Jobwechsel, Umzug, ...)
  • Umgang und Klärung von Gefühlen, die situativ nicht erklärt werden können (plötzliche Auftauchen von Wut, Trauer, Angst ohne erkennbaren Grund)
  • Umgang mit schweren Schicksalen
  • körperliche Beschwerden und Erkrankungen, bei denen ein psychicher Anteil angenommen wird

 

Die Aufstellung selbst beginnt damit, dass der Klient die ausgewählten Personen und weiteren Elemente nach einem inneren Bild im Raum positioniert. Hierzu werden in der Gruppe unter den sich zur Verfügung stellenden Teilnehmern auf freiwilliger Basis Repräsentanten ausgewählt. Der Klient wählt in der Regel auch einen Stellvertreter für sich selbst und schaut der Aufstellung vom Rand aus zu. Manchmal nimmt er in der eigenen Position auch von Beginn an an der Aufstellung teil.

 

Nachdem alle Repräsentanten ihren Platz erhalten haben, und sich dort einfühlen konnten, fragt der Aufstellungsleiter sie nach ihrem Befinden. Dabei liegt ein Augenmerk auf

  • auf Körperwahrnehmungen wie Atmung, Kälte- oder Wärmeempfinden, Wahrnehmung von Körperteilen (leicht oder schwer)
  • Wunsch die eigene Position zu verändern - hin zu einer anderen Position oder weg von etwas
  • Unterschiede, die entstehen, wenn ein anderer Repräsentant seine Position ändert
  • ...

 

Eine Aufstellung ist kein Rollenspiel! Jeder Repräsentant drückt das akutelle, tatsächliche Empfinden aus (sog. repräsentierende Wahrnehmung), NICHT, was er glaubt in der von ihm vertretenen Position empfinden zu müssen. Ggf. wird auch nichts wahrgenommen, dann wird dies im Gesamtgeschehen berücksichtigt.

 

Durch Aufstellungen ist es häufig möglich, einen tieferen und umfassenderen Blick auf einzelne Situationen zu erhalten. Der Aufstellungsleiter begleitet dabei den Prozess. Hierbei eingesetzte Methoden sind u.a.:

 

  • Veränderung von Positionen
  • Trennung von unterschiedlichen Anteilen innerhalb einer Person
  • Hinzunahme von weiteren Repräsentanten
  • Einsatz ritualisierter Sätze oder Gesten
  • ...

 

Durch diese Maßnahmen kann sich ein Lösungsbild entwickeln, in dem die einzelnen Anteile den für sie richtigen Platz zueinander finden.

Sollte der Klient bis dahin nicht in der eigenen Position gewesen sein, so hat er nun die Möglichkeit dazu.

 

Die Arbeit, die in der Aufstellung erfolgt, lässt der Klient auch darüber auf sich wirken.

 

 

Aufstellung in der Einzelarbeit

 

Zu Beginn findet ein Gespräch statt, das das Anliegen klärt und die dafür notwendigen Positionen und Elemente herausarbeitet. Für diese werden Symbole oder (beschriftete) Papierscheiben ausgewählt und im Raum verteilt. Der Klient und / oder der Aufstellungsleiter nehmen die einzelnen Positionen ein und beobachten was sie wahrnehmen. Dabei werden v.a. folgende Aspekte berücksichtigt:

 

  • Körperwahrnehmung, z.B. Atmung, Wärme- oder Kälteempfinden, Wahrnehmung von Körperteilen (leicht, schwer)
  • Wunsch, die eigene Position zu verändern - "hin zu" oder "weg von" einer Stelle
  • Unterschiede, die entstehen, wenn ein anderer Repräsentant seine Position verändert
  • ...

 

Hieraus ergibt sich ggf. eine Veränderung von Positionen, das Hinzunehmen von Elementen oder Personen und ggf. der Einsatz ritualisierter Sätze oder Gesten.

 

Im sich entwickelnden Lösungsbild finden die einzelnen Anteile einen guten Platz zueinander, was zu einem Gefühl von Ruhe, Frieden und Ordnung führt.